Fokusthema: Regulatorik

SPAGAT ZWISCHEN DIGITALISIERUNG UND REGULATORIK

Zahlreiche Unternehmen setzen sich in Zeiten der Digitalen Transformation intensiv mit innovativen Technologien auseinander, die es ihnen ermöglichen, die individuellen Wünsche Ihrer in den Mittelpunkt zu stellen. Denn vor allem der Zugang zu Kunden und den damit verbunden Daten entwickelt sich in allen Branchen zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Auswertungsmöglichkeiten, die Daten von unterschiedlichen Kommunikationskanälen wie Social Media berücksichtigen, werden für Unternehmen immer interessanter. Schließlich gewähren diese Datenauswertungen Unternehmen einen guten Einblick in das Kundenverhalten.

Parallel zu diesen Entwicklungen werden die regulatorischen Rahmenbedingungen für Unternehmen immer komplexer. Dabei rücken in einer immer stärker vernetzten Welt auch Themen wie Datenschutz und Datensicherheit zunehmend in den Fokus von Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber. Die Umsetzung dieser Anforderungen bindet nicht nur viele Ressourcen, sie zwingt Unternehmen auch dazu, bestehende und potenzielle neue Geschäftsmodelle auf regulatorische Compliance hin zu überprüfen und entsprechend der gesetzlichen Auflagen anzupassen.

Regulatorische Anforderungen bremsen Digitalisierungsvorhaben

Viele Entscheider, vor allem aus der stark regulierten Finanzbranche, empfinden die strengen Auflagen daher als Hindernis bei der eigenen Digitalen Transformation. Die Ergebnisse der Q_PERIOR Studie „Die Digitale Transformation in der Versicherungsbranche“ bestätigen diese Wahrnehmung. So wurde die Limitierung durch regulatorische Einflüsse in der Studie als eine der Top-Herausforderungen im Kontext der Digitalen Transformation genannt. Ein ähnliches Bild zeichnete sich bei der Befragung von Bankentscheidern ab.

Herausforderungen der Digitalen Transformation

Q_PERIOR Studie zur Digitalen Transformation: Welche Bedeutung haben die folgenden Herausforderungen im Kontext der Digitalen Transformation für Ihr Unternehmen?

Regulatorische Anforderungen stehen Unternehmen bei der Digitalen Transformation im Weg

Christof Merz, Leiter des Geschäftsbereichs Audit und Risk bei Q_PERIOR teilt diese negative Wahrnehmung nicht: „Regulatorik ist per se kein Hindernis für eine erfolgreiche Digitale Transformation von Unternehmen. Vielmehr entwickelt sich Compliance immer mehr zu einem Hygienefaktor, der erfolgreiche Unternehmen von weniger erfolgreichen unterscheidet.“ Der Grund hierfür liegt unter anderem darin, dass in der Regel für alle Marktteilnehmern die gleichen Regeln gelten. „Die Regulierung wird von den etablierten Unternehmen oft als Wettbewerbsnachteil gegenüber den neuen Playern aus der digitalen Welt herangezogen“, ergänzt Anton Taubenberger, Bankenexperte bei Q_PERIOR. „In der Bankbranche sind Fintechs aber den gleichen Regulierungen unterworfen, sobald deren Geschäftstätigkeit eine Banklizenz erfordert.“

Vereinbarkeit von Digitalisierung und Regulatorik am Beispiel IDD

Dass Regulierung und Digitalisierung durchaus zusammenpassen, zeigt auch ein aktuelles Beispiel aus der Versicherungsbranche. Im Februar 2016 wurde die europäische Vermittlerrichtlinie Insurance Distribution Directive, kurz IDD, veröffentlicht. Zum einen schließt die EU mit IDD die bestehende Regulierungslücke zwischen klassischem Offline- und dem immer beliebteren Online-Vertrieb. Der Gesetzgeber sorgt damit für einheitliche Rahmenbedingungen, indem fortan alle Vertriebskanäle europäischer Versicherungen die gleichen Anforderungen in Bezug auf die Einhaltung der Beratungs- und Informationspflichten erfüllen müssen. Zum anderen unterstützen die Potenziale der Digitalisierung die Erfüllung der neuen IDD-Vorschriften. Beispielsweise ist mit dem intelligenten Einsatz von Big-Data-Modellen eine anlassbezogene Beratungspflicht auf Basis verfügbarer Datenquellen schnell und einfach abbildbar. Darüber hinaus können durch ein integriertes CRM-System Online- und Offline-Kanäle einfach miteinander verbunden werden. So kann der gewinnbringende Brückenschlag zwischen den Vertriebskanälen beispielsweise durch den Einsatz webbasierter Echtzeit-Kommunikationsmittel − auch bei erklärungsbedürftigen Versicherungsprodukten − gelingen. Wichtige Daten sind zudem für alle Kundenkontaktpunkte an der richtigen Stelle und möglichst aktualisiert verfügbar. Davon profitieren nicht nur Versicherer, sondern auch Endkunden.

Max-Planck-Gesellschaft setzt auf smarte IT-Lösung zur Erfüllung von Compliance-Auflagen

Jenseits der Vermittlerrichtlinie IDD und der davon betroffenen Versicherungsbranche, gibt es für Unternehmen und Institutionen der öffentlichen Hand die Möglichkeit, durch den Einsatz digitaler Lösungen im Bereich Compliance zu profitieren. Zentrale Managementsysteme für externe und interne Regeln und Richtlinien, wie die Lösung „Richtlinienmanagement 2.0“ von Q_PERIOR, sparen Nutzern nicht nur signifikant Aufwand und Zeit. Idealerweise ermöglichen sie den Unternehmen auch, flexibel auf künftige Anforderungen zu reagieren.

Die renommierte Max-Planck-Gesellschaft setzt beispielsweise auf ein derartiges Managementsystem für Regeln, Richtlinien und Handreichungen. Über eine gemeinsame IT-Plattform haben rund 20.000 Mitarbeiter der Generalverwaltung sowie der 83 Max-Planck-Institute und -Einrichtungen weltweit jederzeit Zugriff auf die für sie relevanten und gültigen Regelungen. Außerdem werden die Mitarbeiter fortlaufend über Änderungen informiert und sind dadurch in der Lage, Compliance-Vorgaben effizienter umzusetzen. „Das eingesetzte Managementsystem erleichtert uns die Erfüllung interner, aufsichtsrechtlicher und gesetzlicher Vorgaben spürbar“, fasst Rainer Pollack, Abteilungsleiter Zentrale Dienste bei der Max-Planck-Gesellschaft, seine bisherigen Erfahrungen zusammen.

Neue Technologien, vernetzte Systeme sowie die Analyse von Kundenverhalten eröffnen Unternehmen neue Möglichkeiten der Kundengewinnung und der Schaffung von Vertriebspotenzialen. Diese Möglichkeiten gibt es aber nicht zum Nulltarif. Regulatorische Anforderungen sowie die berechtigten Interessen von Kunden und Verbrauchern zum sicheren Umgang mit ihren Daten fordern die Unternehmen beim Aufbau entsprechender IT-Sicherheits- und Compliance-Strukturen. Compliance wird damit zum Hygienefaktor − auch oder besser gesagt gerade − im Zeitalter der Digitalisierung.

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10. Juli 2016|