Automatisiertes Fahren: Treiber für neue Funktionen und Geschäftsmodelle wie On Demand Car Functions

Automatisiertes Fahren: Treiber für neue Funktionen und Geschäftsmodelle wie On Demand Car Functions

Die Elektrifizierung des Fahrzeuges ist in vollem Gange. Diese Evolution ist jedoch nicht alleine auf den Antriebsstrang beschränkt. In den kommenden Jahren wird das gesamte Fahrzeug im Zuge von Connectivity und Advanced Driving Assistance Systems (ADAS) zum selbstfahrenden, elektronischen All-in-One-Device werden.

Mehr frei verfügbare Zeit durch automatisiertes Fahren

Der Weg zum autonomen beziehungsweise vollautomatisierten Fahren wird in 5 Stufen (Level) klassifiziert. Der Fahrer wird schrittweise immer mehr unterstützt und aus der Verantwortung genommen, bis bei Stufe 5 für die Fahrzeugführung kein Mensch mehr benötigt wird.

Mit steigendem Automatisierungsgrad wird der Fahrer immer mehr unterstützt, bis er bei Stufe fünf schließlich gar nicht mehr notwendig ist.

So fahren bereits heute erste Fahrzeuge der Level 2 und 3 auf deutschen Straßen. Ein Beispiel für eine eingeschränkte Level-3-Funktion ist zum Beispiel ein Stauassistent-System, das sich aktuell noch in der Entwicklung und Freigabe befindet. Dabei wird in bestimmten Fahrsituationen – wie beispielsweise Stau – die Verantwortung für die Längs- und Quersteuerung vollständig von der im Fahrzeug verbauten Elektronik übernommen.

Dieses Beispiel macht deutlich, dass mit steigendem Automatisierungsgrad auch die verfügbare Zeit im Fahrzeug zunimmt. Diese „New Usable Time“ (NUT) will vom Fahrzeuginsassen bestmöglich entsprechend seiner aktuellen Bedürfnisse genutzt werden. Hier eröffnet sich der Automobilbranche die Möglichkeit, ebendiese New Usable Time zu füllen und dadurch zusätzliche Umsätze zu generieren.

Mit On Demand Car Functions (ODCF) – also zeitweise hinzubuchbaren Services und Fahrzeugfunktionen – können Hersteller den Insassen verschiedene Optionen bieten, um diese Zeit effektiv zu füllen. An dieser Stelle müssen sich Hersteller die essenzielle Frage stellen, wie die Kunden ihre neu hinzugewonnene Zeit im Fahrzeug in Zukunft nutzen wollen.

New Usable Time im Auto von morgen

Laut aktuellen Studien verbringen wir in den Industrieländern heute im Durschnitt täglich eine bis eineinhalb Stunden im Auto. Diese Zeit gilt es in Zukunft bestmöglich für den Fahrer beziehungsweise alle Insassen zu gestalten. In diesem Kontext kann ein Blick auf die Grundbedürfnisse des Menschen weiterhelfen. In einer Fraunhofer IAO Studie wurden die sechs wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse ermittelt, auf die im Weiteren referenziert wird. Diese Bedürfnisse sind: Wohlbefinden, Information, Unterhaltung, Produktivität, Kommunikation sowie Grundbedürfnisse.

In einer Fraunhofer IAO Studie wurden die sechs wichtigsten Grundbedürfnisse ermittelt: Wohlbefinden, Information, Unterhaltung, Produktivität, Kommunikation sowie Grundbedürfnisse.

Neben den Bedürfnissen Wohlbefinden (Relaxen) oder Produktivität (Arbeiten, Office Funktionen) wird hierbei vor allem der Unterhaltung eine große Rolle zukommen. Im selbstfahrenden Auto kann hierfür jedoch nicht nur ein Display oder Mikrofon, wie es heute der Fall ist, als Interaktionsschnittstelle genutzt werden. Vielmehr kann der gesamte dreidimensionale Raum als Interface zwischen Menschen und Maschine verwendet werden (Stichwort: Human Machine Interface (HMI)). Hierdurch ergeben sich völlig neue Möglichkeiten wie zum Beispiel ein 360°-Blick über alle Scheiben beziehungsweise Monitore im Fahrzeug oder eine Personalisierung des Innenraums durch spezielle Licht-, Belüftungs- und Audioangebote. So kann eine völlig neue Erlebniswelt geschaffen werden. In welcher Situation könnten diese Funktionen zum Einsatz kommen? Zum Beispiel bei der Übertragung eines Fußballspiels, bei dem die Funktionen den Insassen mitten ins Stadion-Geschehen bringen. Darüber hinaus ist auch der Einsatz von Virtual-Reality-Technologien vorstellbar. Hiermit verbundene Probleme wie Übelkeit (ähnlich der Motion Sickness) müssen in Zukunft durch innovative Lösungen in der Fahrwerksentwicklung kompensiert werden.

Kundenfokussierung als Enabler für innovative und differenzierende On Demand Funktionen

Derartige Angebote und Funktionen werden im selbstfahrenden Auto eine zentrale Rolle spielen. Wirft man zum Beispiel einen Blick auf die heutige Unterhaltungsindustrie fällt auf, dass auf vielen Endgeräten wie Handys, Smart-TVs oder Spielekonsolen gleiche Inhalte verfügbar sind. Die entscheidende Differenzierung wird durch exklusive Inhalte sowie ein personalisiertes Ökosystem für den Endnutzer erreicht. Ähnlich wie in der Unterhaltungsbranche werden innovative und OEM-exklusive On Demand Car Functions für die Automobilindustrie zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal werden. Für die Automobilbranche gibt es viel zu verlieren aber auch viel zu gewinnen. Sollten OEMs in diesem Thema zu zurückhalten agieren, werden andere oder neue Player das „Spielfeld“ und somit auch das zukünftige Business für sich besetzen.

Jetzt lesen!

Whitepaper – Präferierte Funktionen und Bezahlmethoden bei On Demand Car Functions

Lesen Sie, welche Nutzungspräferenzen es bei On Demand Car Functions gibt und erfahren Sie darüber hinaus mehr zur Zahlungsbereitschaft und den bevorzugten Bezahlmethoden bei On Demand Car Functions.
Jetzt lesen!

Mehr zum Thema

WIR SIND FÜR SIE DA!

Mit Q_PERIOR steht Ihnen ein starker Partner zur Seite.
Wir freuen uns auf Ihre Herausforderung!