Smart Buildings verändern die Rolle der Wohnungswirtschaft

Smart Buildings verändern die Rolle der Wohnungswirtschaft

Smart Buildings als Game Changer der Energiewirtschaft

Im Zuge der Entwicklung konventioneller Gebäude hin zu Smart Buildings, wird sich auch die Rolle der Wohnungsunternehmen verändern. Vergleicht man den Umbruch der Energiebranche aus den vergangenen Jahren mit den zukünftigen Herausforderungen in der Immobilienwirtschaft, sind Parallelen zu erkennen. Das Rollenmodelldie Kernkompetenzen sowie die strategische Ausrichtung der Energieversorgungsunternehmen haben sich im letzten Jahrzehnt enorm verändert. In Zeiten, in denen das Commodity-Geschäft immer weniger Margen ermöglicht, stellen sich Unternehmen einer bisher eher konservativ geprägten Branche künftig noch stärker als kundenorientierte Dienstleister mit neuen, innovativen Geschäftsmodellen auf. Das Handling großer Datenmengen und darauf aufbauend die Entwicklung von Mehrwertdiensten für die Endkunden, wird für Energieversorgungsunternehmen zukünftig eine Kernkompetenz darstellen müssen. Die Wohnungswirtschaft wird einem ähnlichen Wandel unterliegen. 

Die Übersicht zeigt die wichtigsten Bausteine der Wohnungswirtschaft 2.0

Die Anpassungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in Zusammenhang mit dem generellen Trend zur Digitalisierung, Energieautarkie und einem stärkeren Servicegedanken, werden auch zu einem Wechsel der Geschäftsmodelle in der Wohnungswirtschaft führen. Von diesem Wandel werden nahezu alle Rollen betroffen sein. Mieter werden eine Wohnung oder eine Immobilie zukünftig nicht mehr nur nach deren Lage oder Größe, sondern auch nach deren „Intelligenz bewertenDer in der Anpassung der EURichtlinie 2010/31/EU vorgeschriebene „Intelligenzfähigkeitsindikator“ für Gebäude greift diesem Umstand bereits vorweg. Auf diese Veränderungen werden Wohnungsunternehmen reagieren müssen. Die verantwortlichen Organisationseinheiten für Energiedienstleistungen und Digitalisierung sollten daher zwingend frühzeitig in den Planungs- und Errichtungsprozess für Gebäude einbezogen werden. Nur so können sie bereits heute auf die zukünftigen Herausforderungen reagieren.

Die Wohnungswirtschaft 2.0 spielt für Wohnungsbauunternehmen, in der Wohnungsverwaltung und beim Gebäudemanagement eine wichtige Rolle.

Vergleichbar mit dem Wandel in der Energiebranche, werden Vermieter gegenüber Mietern stärker als (Full-)Service-Anbieter auftreten. Grundlage für die zukünftigen Geschäftsmodelle und Servicedienstleistungen der Immobilienwirtschaft wird dabei die Ausstattung von Gebäuden, etwa der zusätzliche Verbau von Erzeugungskapazitäten, Sensorik und Aktorik unter Einbindung einer zentralen Informations- und Kommunikationstechnik (IuK), sein. Hierdurch wird das optimale Handling von Datenströmen aus intelligenten Strom-, Wasser- und Wärmezählern zur betriebswirtschaftlichen Optimierung der Gebäudeautomatisierung sichergestellt.

Die Digitalisierung der Wohnungswirtschaft beginnt bereits beim Wohnungsbau

Die digital erfassten Verbrauchs- und Einspeisewerte werden zukünftig in ein Smart Home System der Mieter eingebunden. In Kombination mit weiteren Komponenten, wie einer automatischen Rollladen-, oder Lichtsteuerung, werden die Lebensqualität der Mieter, aber auch der Immobilienwert und somit die Mieteinnahmen gesteigert. Eischlüsselloses Zugangssystem durch digitale Schließsysteme per App oder Chip vereinfachen die Zugriffskontrolle für Mieter und Vermieter und erleichtert das Handling ganzer Schließsysteme bei Verlust.
Moderne und smarte Wohnungen werden durch zahlreiche Ambient Assisted Living (AAL) Produkte, ergänzt. Damit können Stürze durch Sensoren im Fußboden automatisch registriert und notfalltechnisch behandelt werden. Weiterhin wird durch Sensoren im Bett eine Vollzeitüberwachung der Herzfrequenz und ein vollautomatisches Eingreifen in einer Notsituation möglich. AAL-Systeme sollen vor allem älteren Generationen ein langfristig selbstbestimmtes Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen.

Darüber hinaus eröffnen Vorschriften zur Installation von Elektromobilitäts-Ladeinfrastruktur zusätzliche Möglichkeiten für Wohnungsbauunternehmen, ein dienstleistungsgesteuertes Unternehmensportfolio aufzubauen. Elektromobile können etwa für einzelne Häuser oder Quartiere als eigenes Sharing-Modell eingesetzt werden. Die Bezahlung des Services ist hierbei im Mietvertrag („Mieterticket“) integriert. Wie in der Energiewirtschaft entsteht somit auch in der Wohnungswirtschaft durch die stärkere Fokussierung auf ein dienstleistungsbasiertes Unternehmensportfolio ein neues Rollenmodell. Um frühzeitig darauf vorbereitet zu sein, müssen sich Wohnungsbauunternehmen bereits heute mit neuen Geschäftsmodellen, dem aktuellen Stand der Technik im Bereich Sensorik und Aktorik und deren Anbindungsmöglichkeiten in ein Smart Home und Smart Building System befassen.

Digitalisierung führt zu effizienteren Prozessen in der Wohnungsverwaltung

Das Handling der Wohnungs- und Quartiersverwaltung wird zunehmend digital. Davon profitieren nicht nur Digital Natives. In Zeiten, in denen durch Downaging“ die Jahre zwischen 60 und 70 als das neue mittlere Alter gelten, wird in Zukunft der Großteil der Bevölkerung Anspruch auf eine effiziente und digitale Wohnungsverwaltung erheben. Weiterhin treibt die zunehmende Urbanisierung eine Verdichtung der Lebensbereiche voran. So werden Mehrfamilienhäuser in Zukunft nicht nur reine Wohngebäude sein. Coworking Spaces, Angebote zur Kinderbetreuung und Elderly-Care-Services bieten den Kunden neben Gemeinschaftsgärten, Do-it-yourself-Werkstätten und Wissenscafés Raum zur persönlichen Entfaltung. Die Betreuung dieser verschiedenen Bereiche wird in Zukunft durch eine digitale Mieterakte erleichtert, in der zentral alle wichtigen Vertragsunterlagen gespeichert sind. So kann der Vermieter alle Vertragsparteien übersichtlich und ökonomisch in einem System verwalten. Der Mieter ist in der Lage schnell und effizient durch Chatbots mit der Wohnungsverwaltung in Kontakt zu treten. Etwaige Schäden können per Smartphonekamera unmittelbar dokumentiert und gemeldet werden. Der Termin mit dem Handwerker kann hierbei schnell und einfach über einen Online-Kalender im System gebucht werden, da die hier hinterlegten Rahmenverträge des Vermieters die Abrechnung erleichtern. Die veränderte strategische Ausrichtung zu einer digitalen Verwaltung von Geschäftsprozessen, die durch die Liberalisierung der Energiewirtschaft bereits seit einigen Jahren den disruptiven Wandel vorantreibt, wird sich erwartungsgemäß auch in der Wohnungswirtschaft vollziehen. Damit sind Unternehmen der Wohnungsverwaltung bereits heute gefordert, sich mit neuen digitalen Lösungen zu befassen um rechtzeitig auf den zunehmenden digitalen Wandel vorbereitet zu sein.

Es gibt viele Parallelen zwischen Netz- und Gebäudesteuerung

Die Verarbeitung von Datenströmen aus Smart Buildings durch entsprechende IT-Systeme stellt die Wohnungswirtschaft vor ähnliche Herausforderungen wie die Energiewirtschaft. Von der Verarbeitungsqualität wird abhängen, wie gut die Datenmengen aus den intelligenten Strom-, Wasser- und Wärmezählern zu einem gesamten Energiemanagementsystem zusammenfließen. Ein solches System wird notwendig sein, um die gesetzlichen Vorgaben zur Einhaltung der Energieeffizienz zu erfüllenAußerdem werden Eco-Home-Ratings von Gebäuden für Mieter in Zukunft ein stärkeres Einzugskriterium darstellen. Darüber hinaus wird das zukünftige Assetmanagement basierend auf Erhebung und Auswertung der Gebäudedaten (Big Data) und Predictive Analytics eine erhebliche Effizienzsteigerung im Wohnungsmanagement ermöglichen, da unnötige Wartungsabläufe und -kosten minimiert werden. Besonders das Gebäudezutrittsmanagement durch eine cloudbasierte Schlüsselverwaltung bietet beiden Seiten deutliche Kosten- und EffizienzgewinneFolgerichtig sind Wohnungsmanagementunternehmen bereits jetzt gefordert die Erkenntnisse und Möglichkeiten eines datenbasierten Gebäudemanagements zu evaluieren und etwaige prozessuale Anforderungen hinsichtlich der Mitarbeiterausbildung und -schulung umzusetzen, um diesem neuen Rollenmodell gerecht zu werden.

Fazit

Die Wohnungswirtschaft befindet sich in einem disruptiven Wandel, wie ihn bereits die Energiewirtschaft seit 2009 durchläuft. Neue digitale Use- und Business Cases werden in den kommenden Jahren einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Die rein Commodity-zentrierte Branche erweitert durch die zunehmende Fokussierung auf datenbasierten Dienstleistungen ihr vormals konservative Portfolio. Unternehmen der Wohnungswirtschaft müssen diesem veränderten Rollenbild schon heute begegnen oder mit starken lokalen Partnern der Energieversorgung zusammenarbeiten. Q_PERIOR betreut diesen disruptiven Wandel bereits im Umfeld der Digitalisierung und Prozessoptimierung über alle Branchengrenzen hinweg. An der Schnittstelle zwischen Business und IT haben wir jahrelang erfolgreich mit unseren Kunden die digitale Transformation begleitet und ermöglicht.

 

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