Zwischen Cloud first und eigener Infrastruktur – SAP Marketing als Cloud- oder On-Premise-System?

Zwischen Cloud first und eigener Infrastruktur – SAP Marketing als Cloud- oder On-Premise-System?

Bei der Einführung von IT-Software stellt sich heutzutage eine grundlegende Frage: Soll die Lösung als Cloud-Anwendung beim Provider oder als On-Premise-System im eigenen Haus betrieben werden?

Diese Frage ist in den meisten Fällen schwierig zu beantworten, da zahlreiche Faktoren bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden müssen. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören dabei:

  • Unternehmensstrategie
  • Technische Systemlandschaft
  • Abläufe & Prozesse

Unternehmensstrategie

Grundlage für unternehmerisches Handeln bildet die Unternehmensstrategie. Viele Konzerne wissen meist ganz genau, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Die Frage ist oft nur wie. Die einen geben die Strategie „Cloud first!“ aus, mit der sie sich strukturell flexibler, aber auch abhängiger von Providern aufstellen. Andere hingegen wollen die Systeme vorzugsweise mit ihren eigenen IT-Abteilungen betreiben, was eine gewisse Personalisierbarkeit gewährleistet, im Gegenzug aber kostenintensiv ist. Die „richtige“ Strategie gibt es in diesem Fall nicht. Es sollten jedoch sowohl technische als auch fachliche Kriterien herangezogen werden, um eine fundierte Entscheidungsbasis zu erhalten.

Technische Systemlandschaft

Die objektive Betrachtung der eigenen Systemlandschaft trägt maßgeblich zur Entscheidung bei. Im Rahmen der technischen Betrachtungsweise stellen sich mehrere Fragen:

  • Welche Art von System lässt sich effizient in meine Landschaft integrieren?
  • Mit welchem Aufwand ist die Integration der ausgewählten Systemart umsetzbar?
  • Habe ich das nötige Know-how, um das System zu betreuen und weiterzuentwickeln?

Die Frage der Integration spielt dabei eine zentrale Rolle – gerade in einer vernetzten und globalisierten Unternehmenswelt. Dabei sollte nicht nur die Einbindung in die bestehende Landschaft betrachtet werden, sondern auch mögliche Anforderungen an zukünftige Anbindungen (z. B. Analytic- oder Social-Media Tools). Der damit einhergehende Aufwand zur Integration eines Cloud- oder On-Premise-Systems kann daher als der erfolgskritischste Faktor bei der Einführung neuer IT-Software gesehen werden.

Bei der Betrachtung des intern vorhandenen Know-hows muss zudem beachtet werden, dass On-Premise-Systeme hinsichtlich des Betriebes (z. B. Upgrades und Releases) sowie Support (z. B. Bug-Fixing) einen erheblichen Kosten- und Aufwandsfaktor darstellen. Cloud-Systeme sind dagegen als wartungsarm und fehlerresistenter zu klassifizieren.

Abhängig vom vorhandenen Know-how im Unternehmen ist sowohl bei Einführung als auch bei Betrieb und Support beider Systemarten womöglich der Zukauf von Expertise notwendig. Gerade in Bezug auf Weiterentwicklungen am System verhalten sich die beiden Varianten höchst unterschiedlich. Bei Cloud-Anwendungen ist hier oftmals der Einkauf weiterer Lizenzen und Softwarelösungen nötig, wohingegen bei On-Premise-Lösungen häufig Eigenentwicklungen zum Tragen kommen.

Abläufe & Prozesse

Die Sichtweise der Unternehmen auf die eigenen Prozesse und Abläufe komplettiert die wichtigsten Einflussfaktoren bei der Entscheidung für ein Cloud- oder On-Premise-System. Viele unterschätzen dabei jedoch die Prozessanalyse und verlieren sich in der späteren Umsetzung oftmals in ausufernden Projekten und damit einhergehenden Kosten. Wichtig ist hierbei zu wissen: Sind meine Marketingprozesse nah an den Standardprozessen eines SAP Marketing Systems oder muss mein SAP Marketing System stark angepasst werden, um sich an meine internen Abläufe anzupassen?

Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Auf der einen Seite muss jedes System eine gewisse Flexibilität und Erweiterbarkeit gewährleisten, da selbstverständlich jedes Unternehmen individuelle Anforderungen an seine IT stellt. Auf der anderen Seite ist eine Annäherung an den Systemstandard mit einer erheblichen Einsparung an Zeit und Kosten verbunden – vorausgesetzt die Umsetzbarkeit ist sichergestellt.

Fazit

Mit Blick auf die definierten Kriterien lässt sich festhalten, dass die Unternehmensstrategie zwingend anhand einer technischen und fachlichen Beurteilung zu betrachten ist. Daher sind sowohl die strategischen Stakeholder als auch die operativen Gegebenheiten für IT-Entscheider von höchster Relevanz.

Um mögliche Unstimmigkeiten beim Auswahlprozess zu vermeiden, kann die vorgegebene Strategie in diesem Kontext sicherlich zunächst die Richtung vorgeben, sollte aber nie die einzige Messgröße für eine konkrete Entscheidungsfindung sein. Von größerer Bedeutung ist die operative Auseinandersetzung mit der eigenen Systemlandschaft und den internen Prozessen. Folgende Vor- und Nachteile der beiden Varianten sollten bei der Entscheidungsfindung beachtet werden:

Cloud- und On-Premise-Lösungen haben verschiedenen Vor- und Nachteile, die bei Entscheidungsfindung beachtet werden müssen.

Am Ende muss jeder IT-Entscheider die einzelnen Kriterien für seinen spezifischen Anwendungsfall individuell abwägen und gewichten. Falls Sie Fragen zu diesen Ausführungen haben oder Hilfe bei der Analyse ihrer Ausgangssituation benötigen, können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren.

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