Fokusthema: Innovative Geschäftsmodelle

DIE DIGITALISIERUNG DER WOHNUNGSWIRTSCHAFT: RECHTLICHE GRUNDLAGEN FÜR SMART BUILDINGS

In Deutschland und Europa beobachten wir aktuell eine zunehmende Digitalisierung in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft, was kurz- bis mittelfristig zu einer stärkeren Vernetzung in allen Lebensbereichen führt – Stichwort „Internet of Things“. In der Energiewirtschaft fokussiert sich die Digitalisierung aktuell primär auf die Einführung intelligenter Messsysteme. Diese Einführung intelligenter Sensorik in Verbindung mit der Digitalisierung wird langfristig zur Entwicklung von intelligenten Städten führen. Mit einem Endenergieverbrauch von über 40% ist der Gebäudesektor, als wesentlicher Bestandteil von Städten, der energieintensivste Bereich in ganz Europa. Energieeffizienz beziehungsweise Energieeinsparungen können, neben Sanierungen und Renovierungen, auch durch den Einsatz intelligenter Mess- und Steuerungstechnik erreicht werden. Diesem Umstand wird nun unter anderem durch eine Anpassung der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden Rechnung getragen.

Smart Buildings: Rechtliche Entwicklungen ebnen den Weg

Am 17. April 2018 hat das Europäische Parlament der überarbeiteten Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EU-Richtlinie 2010/31/EU) zugestimmt. Mit den Änderungen soll erreicht werden, Gebäude intelligenter und energieeffizienter zu machen. Die Forderungen der Richtlinie erstrecken sich dabei im Wesentlichen auf drei Kernbereiche:

  • Zur Überwachung des Energieverbrauchs und zur Einbindung des Gebäudes in ein vorgelagertes intelligentes Netz (Smart Grid) sollen IT-Systeme zur Gebäudeautomatisierung und -steuerung zum Einsatz kommen. Diese Forderung ist gewissermaßen gleichbedeutend mit der Transformation konventioneller Häuser hin zu Smart Buildings.

  • Des Weiteren soll der Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobile in Wohn- und Nichtwohngebäuden forciert werden. Diese Maßnahme ist sinnvoll, da Fahrzeuge einen großen Teil der Zeit auf Parkplätzen (z.B. am Arbeitsplatz oder zu Hause) stehen und über ihre Batterie einen Beitrag zum Energiemanagement in Häusern leisten können.

  • Die Dritte und mit Blick auf die Zukunft zugleich interessanteste Forderung, ist die Einführung eines „Smartness-Indicators“ für Gebäude. Ähnlich dem bereits geltenden Energieausweis für Gebäude, soll dieser Indikator Auskunft über die „Intelligenz“ eines Gebäudes geben.

Neben der Richtlinie 2010/31/EU werden aktuell zahlreiche weitere Richtlinien angepasst. So auch die Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU. Mit der Forderung, fernauslesbaren Zählern beziehungsweise Heizkostenverteilern zur Erfassung des Kühl- und Heizenergieverbrauchs für Endkunden einzuführen, wird der Submetering-Bereich im aktuellen Vorschlag deutlich gestärkt. Analog zur Einführung intelligenter Messsysteme zur Erfassung von Energieverbräuchen werden zukünftig auch in Gebäuden verstärkt Sensorik, Aktorik und eine übergreifende IKT-Infrastruktur implementiert werden.

Die Umsetzung der angepassten Richtlinie 2010/31/EU in nationales Recht muss innerhalb von 20 Monaten erfolgen. In Deutschland werden aktuell verschiedene Gesetze und Verordnungen (EnEG, EnEV, EEWärmeG) für Gebäude im „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung in Gebäuden“ (GEG) zusammengefasst. Das GEG liegt aktuell als Referentenentwurf vor und soll bis Ende 2018 verabschiedet werden. Die Umsetzung der angepassten EU-Richtlinie 2010/31/EU wird sicherlich eine Änderung dieses Gesetzes nach sich ziehen. Damit wäre ein erster Schritt für die Einführung intelligenter Gebäude in Deutschland getan.

Wohnungsbaugesellschaften sollten diesem Umstand daher bereits heute bei der Sanierung bestehender sowie bei der Planung neuer Gebäude Rechnung tragen. Dafür ist die Erstellung einer grundlegenden Strategie zur Entwicklung einer Smart-Building-Infrastruktur notwendig. Des Weiteren müssen insbesondere die Anforderungen an die Aktorik und Sensorik in Gebäuden sowie an ein Gebäudeleitsystem (GLS) als zentrales „Gehirn“ dieser Infrastruktur in entsprechenden Konzepten definiert werden. Q_PERIOR steht der Immobilienwirtschaft als erfahrener Partner bei der Konzeption in diesen Themenbereichen zur Seite.

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17. Juli 2018|