Fokusthema: Innovative Geschäftsmodelle

ERFOLGSFAKTOREN FÜR DIE DIGITALE TRANSFORMATION AM BEISPIEL ON DEMAND CAR FUNCTIONS

Das Konzept der On Demand Functions ist bereits aus verschiedenen Bereichen bekannt. Darunter fallen beispielsweise Smartphone-Spiele, die nach dem Freemium-Modell vertrieben werden: Zunächst lädt der Kunde ein kostenloses Spiel herunter und beginnt zu spielen. Nach und nach kauft er zusätzliche Features als In-App Purchase hinzu, um schneller zum Erfolg zu kommen oder exklusive Ergänzungen wie neue Levels nutzen zu können. Auch im Bereich großer Computer für Rechenzentren ist dieses Konzept verbreitet. Der Kunde erwirbt ein Gerät, das physisch bereits verschiedene Leistungsmerkmale bereithält, die dem Kunden jedoch zunächst nicht zur Verfügung stehen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann der Kunde die Lizenz zur Nutzung ausgewählter Leistungsmerkmale, wie zum Beispiel zusätzlicher Prozessoren, für einen begrenzten Zeitraum oder auch dauerhaft erwerben.

Automobilhersteller arbeiten heute an vergleichbaren Konzepten. Die Grundfunktionalitäten werden mit dem Kauf des Fahrzeugs erworben. Darüberhinausgehende Features wie zum Beispiel zusätzliche Motorleistung, Sitzheizung, Entertainment, E-Reichweite oder Fahrassistenzsysteme können später „On Demand“ aktiviert und bezahlt werden. Um Kunden von diesen Zusatzfeatures überzeugen zu können, nutzen Hersteller auch die Möglichkeit einer kostenlosen, zeitlich begrenzten Bereitstellung (Trial-Mode). Seit geraumer Zeit beschäftigen wir uns mit Projekten zur digitalen Transformation und stellen dabei vor allem eines fest: Alle Projekte werden maßgeblich von drei Erfolgsfaktoren geprägt. Diese drei Faktoren erläutern wir am Beispiel von On Demand Functions im Fahrzeug.

Erfolgsfaktor I: Zusammenspiel verschiedener Komponenten vollumfänglich beherrschen

On Demand Functions sind ein gutes Beispiel für das komplexe Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Betrachtet man beispielweise die Funktion „Fahrassistenzsysteme“ wird deutlich, dass schon diese grundlegende Funktionalität eine ganze Reihe von Kompetenzfeldern umfasst: Sensoren und Kameras liefern die benötigten Informationen, intelligente Steuergeräte werten diese aus und entscheiden über entsprechende Reaktionen des Fahrzeugs. Um eine Reaktion auslösen zu können, müssen die entsprechenden Steuerkommandos an die Aktoren übertragen und die Ausführung der Kommandos wiederum durch Steuergeräte überwacht werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass dieses Szenario zukünftig um die Integration von externen Daten ergänzt wird. Beispielsweise wäre es möglich, dass Ampeln ihren Status für Fahrzeuge zur Verfügung stellen und die Fahrassistenzsysteme anhand dieser Informationen selbständig das Überfahren einer roten Ampel verhindern. Umso nahtloser und sinnvoller die verschiedenen Komponenten ineinandergreifen, desto größer empfindet der Nutzer am Ende den Mehrwert bei der Anwendung der verschiedenen Funktionen.

Erfolgsfaktor II: Vom einmaligen Verkauf zur langfristigen Kundenbeziehung

Wird nun eine Funktion On Demand hinzugekauft oder für begrenzte Zeit gemietet, sind weitere Kompetenzfelder zu berücksichtigen, um eine langfristige Beziehung zum Kunden aufbauen zu können. Zunächst muss der Hersteller dem Kunden die Möglichkeit bieten, sich über On Demand Car Functions zu informieren, gewünschte Funktionen auszuwählen und diese anschließend zu erwerben. In den meisten Fällen wird es nicht ausreichen, die Shop-Funktionalität nur im Portal des Automobilherstellers anzubieten. Erst durch den Einsatz weiterer Kanäle wie Mobile Apps, Händler-Portale oder im Fahrzeug selbst, kann der Anbieter dem Kunden sein Angebot umfassenden bereitstellen. Hat der Kunde eine Funktion erworben, verwaltet ein entsprechendes Lizenzmanagement die On Demand Functions im Fahrzeug. Die Lizenzinformationen müssen ins Fahrzeug übertragen werden, damit die entsprechende Hard- und Software aktiviert und bei Bedarf, sollte es sich um eine zeitlich begrenzte Lizenz handeln, wieder deaktiviert werden kann. Beinhaltet eine Funktion eine nutzungsabhängige Verrechnung, übermittelt das Fahrzeug darüber hinaus die Nutzungsdaten an ein Verwaltungssystem das dann entsprechende Verrechnungen erstellen kann. Indem die relevanten Informationen, Angebote und Leistungen dem Kunden leicht zugänglich, ansprechend aufbereitet und über die wichtigsten Touchpoints hinweg zur Verfügung gestellt werden, kann der Aufbau einer anhaltenden Kundenbeziehung gelingen.

Erfolgsfaktor III: Funktionalität ist Pflicht – User Experience bringt den Erfolg

Es reicht nicht aus, dass der Hersteller diverse Funktionalitäten bereitstellen kann. Neben der reinen Funktionalität sind für den Kunden Benutzerfreundlichkeit und Datensicherheit von höchster Priorität. Die Lösung muss dem Anwender die Sicherheit bieten, dass das Fahrzeug nicht manipuliert oder missbraucht werden kann und die Vertraulichkeit der persönlichen sowie der Nutzungsdaten gewährleistet ist. Richtig gut und damit erfolgreich werden On Demand Functions des Weiteren nur dann, wenn sie dem Kunden den erwarteten Nutzen bei sichergestelltem Datenschutz und gleichzeitig optimaler Bedienbarkeit bieten. Um das zu erreichen müssen alle Prozesse so gestaltet werden, dass der Kunde sie sofort versteht und schnell und ohne Rückfragen das gewünschte Ergebnis erzielen kann, egal welche Komponenten die Kundenschnittstelle gerade bereitstellt. Die Realisierung dieses Erfolgsfaktors stellt dann eine besondere Herausforderung dar, wenn Haftungsaspekte des Herstellers, Datenschutz und Sicherheit sowie eine schnelle und einfache Bedienbarkeit unter einen Hut gebracht werden müssen. Bei der Vielzahl an Konkurrenzangeboten und der Komplexität der verschiedenen Funktionen muss für den Endanwender die Funktionalität sowie ein intuitives Nutzererlebnis gewährleistet sein.

Die Stellschrauben zur erfolgreichen Umsetzung der digitalen Transformation kennen und nutzen

Die kritischen Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation werden am Beispiel der On Demand Car Functions transparent: Unternehmen müssen sich konsequent am Kundenerlebnis orientieren, dabei die zugrundeliegende Komplexität beherrschen und diese gleichzeitig so weit wie möglich vor dem Kunden verbergen. Dafür erweitern erfolgreiche Unternehmen ihre Kompetenzen, integrieren für Spezialthemen Partner und steuern das gesamte Vorhaben mit der konsequenten Ausrichtung auf das gewünschte Kundenerlebnis. Q_PERIOR unterstützt Sie bei der User-zentrierten Ideenentwicklung, zum Beispiel mit Hilfe der Design Thinking Methodik, bei der Konzeption und dem Aufbau komplexer Lösungen in unterschiedlichen technologischen Ökosystemen, der Gestaltung der User Experience sowie bei der Implementierung von On-Premise- und Cloud-Lösungen.

JETZT LESEN
Sie interessieren sich für das Thema digitale Transformation? In unserem Fachartikel erfahren Sie, welchen Einfluss die digitale Transformation auf die traditionellen Branchenstrukturen hat.
JETZT LESEN
Mehr erfahren

Mehr zum Thema ODCF?

Erfahren Sie, welche On Demand Car Functions Nutzer bereits verwenden beziehungsweise welche bereits existierenden und auch innovativen Funktionen sie in Zukunft nutzen würden. In einer Infografik haben wir die Ergebnisse unserer Umfrage für Sie zusammengefasst.
Mehr erfahren

Weitere Fokusthemen

WIR SIND FÜR SIE DA!

Mit Q_PERIOR steht Ihnen ein starker Partner zur Seite.
Wir freuen uns auf Ihre Herausforderung!

20. März 2018|