In drei Schritten zum innovativen betrieblichen Mobilitätsmanagement

In drei Schritten zum innovativen betrieblichen Mobilitätsmanagement

Nichts geht mehr ohne Mobilität. Jeden Tag sind Millionen von Gütern und Menschen unterwegs – lokal, regional und international. Das führt zu hohem Verkehrsaufkommen in Städten aber auch auf Autobahnen und sogar auf Landstraßen, insbesondere zu Stoßzeiten. Dabei kommt die Infrastruktur nicht nur mit dem PKW an ihre Grenzen, sondern auch der ÖPNV ist morgens und abends überlastet. Der zunehmende Trend zur Suburbanisierung verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Denn dadurch werden Wege weiter und häufiger, da Arbeit, Wohnen, Leben und Einkaufen an unterschiedlichen Orten stattfinden. Das beeinflusst Kommunen und Anwohner, weil sie unter der Verkehrsbelastung leiden, aber auch Mitarbeiter von Unternehmen auf ihrem täglichen Arbeitsweg, die daraufhin ermüdet und gestresst am Arbeitsplatz ankommen.

Auf der anderen Seite sind Unternehmen gefordert, Parkraum zur Verfügung zu stellen, wenn es keine Alternative zur Anreise mit dem Pkw gibt. Das kann sich zu einem immensen Kostenfaktor entwickeln. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Unternehmen, Emissionen zu reduzieren, indem sie beispielsweise Einfluss auf die Pendelverkehre ihrer Mitarbeiter nehmen. Hinzu kommt außerdem, dass in Zeiten des Fachkräftemangels potenzielle Mitarbeiter ihre Arbeitgeber auch danach auswählen, wie gut sie erreichbar sind und welche Mobilitätsangebote zur Verfügung gestellt werden.

Mit einem innovativen betrieblichen Mobilitätsmanagement können Unternehmen und Kommunen diese Herausforderungen einzeln, aber auch gemeinsam angehen.

Was ist betriebliches Mobilitätsmanagement eigentlich?

Betriebliches Mobilitätsmanagement beinhaltet alle Maßnahmen, die Unternehmen einsetzen, um den von ihnen verursachten Verkehr zu steuern. Zielsetzungen können unter anderem sein: umweltfreundlichere Mobilität, Reduktion von Parkplatzbedarf, Imagegewinn oder Kostenreduktion. Das betriebliche Mobilitätsmanagement befasst sich in erster Linie mit allen vom Unternehmen verursachten Verkehrsströmen und betrifft den Weg vom und zum Arbeitsplatz, Dienstwege und -reisen. Unter Einbeziehung verfügbarer Angebote und Verkehrsmittel identifiziert, entwickelt und optimiert das Unternehmen Lösungen für die eigene Mobilitätsnachfrage. Das ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn die Lösungen den Rahmenbedingungen der Mitarbeiter und des Unternehmens gerecht werden.

Lösungen gibt es genug – sie warten nur darauf, genutzt zu werden!

Auf dem Markt gibt es nicht erst seit heute zahlreiche Ideen und Lösungen, um den Verkehr zu entlasten. Das zuverlässige Fahrrad, die Nutzung des ÖPNV oder Fahrgemeinschaften sind altbekannte Möglichkeiten, betriebliche Wege zu absolvieren, aber auch Car und Bike Sharing gewinnen kontinuierlich an Relevanz. Darüber hinaus sind auch die Einführung von alternativen Antriebssystemen beim Fuhrpark, Nachhaltigkeitsvorgaben in der Dienstreiseverordnung oder Mobilitätsbudgets denkbar. Auch die Möglichkeiten, Anreize für das Fahrradfahren zu schaffen, sind vielfältig. Hier sind Jobräder, Werksfahrräder und das Zurverfügungstellen von Infrastruktur (geschützte Stellplätze, Umkleiden, Duschen) mögliche Wege. Bei der Förderung von Fahrgemeinschaften unterstützen Apps und interne Fahrerbörsen. Durch die Bezuschussung oder sogar komplette Finanzierung von Jobtickets kann für Mitarbeiter der Anreiz geschaffen werden, den ÖPNV zu nutzen. Mittels der Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe mit entsprechender Ladeinfrastruktur können lokale Emissionen stark reduziert werden. Das alles funktioniert jedoch nur dann, wenn die Mitarbeiter eingebunden sind und Anlaufstellen haben. Gezielte Kommunikation und Change-Management-Maßnahmen sind erfolgsentscheidend.

Die Grafik stellt sieben mögliche Ansätze dar, wie betriebliches Mobilitätsmanagement umgesetzt werden kann: Einführung von E-Mobilität und notwendiger Ladeinfrastruktur, Effizienzsteigerung im Fuhrpark, Förderung von Bus und Bahn, Optimierung des Pkw-Verkehrs, betriebsinterne Organisation, Förderung von Nahmobilität sowie Fahrradförderung.

Betriebliches Mobilitätsmanagement in der Praxis zeigt: es funktioniert!

Dass betriebliches Mobilitätsmanagement funktioniert, zeigt beispielsweise VAUDE im ländlich geprägten Tettnang am Bodensee. Das Klimaziel ist hier klar: Die Emissionen sollen deutlich gesenkt werden, denn diese kommen laut Unternehmen zu fast 50 Prozent aus dem Verkehr. VAUDE motiviert deshalb rund 500 Mitarbeiter, möglichst umweltfreundlich zur Arbeit zu kommen. Dabei steht das Unternehmen, wie zahlreiche andere Betriebe im ländlichen Raum, vor einer großen Herausforderung: Es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr.

Folgende Anreize setzt VAUDE für die Mitarbeiter, um sie zur Nutzung nachhaltiger Mobilitätslösungen zu ermutigen:

  • eigene Bushaltestelle vor der Tür

  • Förderung von Fahrradfahren durch:

    • Nutzung eines Jobrads
    • Infrastruktur vor Ort in Form von Duschen, Fahrradparkplätzen, Werkstätten
    • Bereitstellung kostenloser Leih-E-Bikes
  • Förderung von Fahrgemeinschaften durch:

    • eine App zur Organisation des gemeinsamen Arbeitswegs
    • ausgewiesene Parkplätze direkt vor der Haustür
  • „Mobilitätslotto“, bei dem alle Mitarbeiter, die umweltfreundlich zur Arbeit kommen, Sachpreise gewinnen können.

Auch der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen verfügt über eigene Radwege auf dem Betriebsgelände und 13.000 werkseigene Fahrräder, die auch auf dem Heimweg genutzt werden dürfen. Dazu kommen rund 420 E-Bikes, welche nach und nach Mofas und Roller ersetzen sollen. Des Weiteren setzt das Unternehmen auf Elektromobilität auf vier Rädern. Den Mitarbeitern stehen 230 Elektroautos inklusive Ladesäulen als Betriebsfahrzeuge zur Verfügung, welche die konventionellen Betriebsfahrzeuge ersetzen. Auch bei BASF kommt eine App zur Organisation von Fahrgemeinschaften zum Einsatz. So wird der Firmen-Fuhrpark effizienter genutzt und integriert, die Parkplätze reichen wieder aus und der CO2-Ausstoß sinkt.

Warum es sich lohnt, die betriebliche Mobilität auf den Prüfstand zu stellen

Betriebliche Mobilität kann je nach Unternehmen und Mitarbeiterstruktur ganz unterschiedliche Formen annehmen, woraus sich unterschiedliche, relevante Lösungsansätze ergeben. Entscheidend sind hier Fragen nach der Problemlage des Unternehmens, der Zielsetzung für die betriebliche Mobilität sowie der zeitliche und finanzielle Rahmen. Folgende mögliche Zielstellungen können erreicht werden:

  • Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Betriebskosten
  • Kostenreduktion durch Optimierung innerbetrieblicher Verkehrsvorgänge
  • Reduktion von Personalausfall durch weniger Wegeunfälle
  • Bessere Nutzung des vorhandenen Parkraums sowie Kostensenkung im Parkraumangebot
  • Effiziente Nutzung der Firmenfahrzeuge
  • Reduktion von administrativen Kosten
  • Förderung der Motivation und Gesundheit von Mitarbeitern
  • Produktivere Mitarbeiter
  • Steigerung der Attraktivität für neue Mitarbeiter durch ein vielfältiges Mobilitätsangebot
  • Flexiblere und kostengünstigere Verkehrsmittelwahl für Mitarbeiter
  • Mögliche Jahresprämie für Mitarbeiter, je nach Verkehrsmittel
  • Bessere Erreichbarkeit des Unternehmensstandortes
  • Reduktion von Verspätungen
  • Steigerung der Mitarbeiter-Rekrutierung durch bessere Erreichbarkeit
  • Reduktion des CO2– und Feinstaub-Ausstoßes durch weniger Autofahrten im Berufsverkehr
  • Beitrag zur Reduktion von Lärm
  • Verbesserung des Verkehrs- und Lebensraumes
  • Aktiver Beitrag zum Klimaschutz
  • Imageverbesserung nach innen und außen

Der Weg zu einem innovativen betrieblichen Mobilitätsmanagement

Für Unternehmen ist es wichtig, Lösungen zu gestalten, deren Nutzen größer ist als die Investitionen. Das ist möglich. Ob mit kleineren Lösungen in Etappen oder durch vollumfänglichere Maßnahmen. Doch wie gelangen Unternehmen zu umweltverträglichen Lösungen, die zu ihnen und ihren Mitarbeitern passen, ohne dabei die wirtschaftlichen Anforderungen des Unternehmens aus dem Blick zu verlieren?

Es gibt keine Blaupause für betriebliche Mobilität, was deren Planung und Implementierung zu einem herausfordernden Unterfangen macht. Je nach Unternehmen können unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz kommen. Schließlich haben die Mitarbeiter ganz individuelle Ansprüche und Bedürfnisse in Bezug auf Mobilität. Außerdem ist Mobilität ein Thema, bei dem Jede/r mitreden möchte und muss, weil es jeden persönlich betrifft. Das bedeutet für Unternehmen, eine Lösung und einen Kommunikationsweg zu finden, der alle abholt und dennoch die Sicht des Unternehmens in die Umsetzung trägt. Die Einführung ist daher ein Drahtseilakt zwischen Mitarbeitereinbindung und notwendigen Managemententscheidungen. Deshalb ist es wichtig, auf eine wirksame Gesamtstrategie hinzuarbeiten, welche Mobilitätsbedarfe, örtliche Gegebenheiten, Kosten und Nutzen sowie Kommunikation und Implementierung integriert abbildet.

Q_PERIOR verfügt über umfangreiche Expertise in der Definition und Umsetzung von funktionierenden Mobilitätsmanagement-Strategien, unabhängig von der jeweiligen Zielsetzung. Dazu gehören zum Beispiel die Steigerung der Erreichbarkeit, Schaffung von Mitarbeiterbenefits oder Optimierung des firmeneigenen Parkraums. Q_PERIOR unterstützt Sie dabei, die Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen betrieblichen Mobilität zu meistern. Wir bringen die notwendigen Akteure in Ihrem Unternehmen zusammen und moderieren den Prozess von der Konzeptphase bis hin zur Umsetzung.
Bei der Entwicklung eines betrieblichen Mobilitätsmanagements setzen wir auf ein integriertes Stakeholdermanagement, Methoden zur Analyse der Bedarfe Ihres Unternehmens, Expertise bei der Planung der Prozessintegration sowie unsere Erfahrung bei der Transformation und Implementierung von anwenderfokussierten Prozessen und Infrastrukturen. In allen Phasen der Konzeptentwicklung und -umsetzung stehen erprobte Instrumente und Hilfsmittel zur Verfügung. Von Mitarbeiterbefragungen, mit deren Hilfe das derzeitige Mobilitätsverhalten und der Mobilitätsbedarf erhoben werden, bis hin zu Change-Management-Lösungen.

Mehr erfahren

Für welche Mobilitätslösung hat sich Q_PERIOR entschieden?

Mit dem Fokus auf "grüne" Verkehrsmittel implementiert Q_PERIOR zusammen mit dem Start-up MOBIKO ein flexibles Mobilitätsbudget für seine Mitarbeiter.
Mehr erfahren

Mehr zum Thema

Können wir Sie unterstützen? Kontaktieren Sie unsere Experten!

Mit Q_PERIOR steht Ihnen ein starker Partner zur Seite.
Wir freuen uns auf Ihre Herausforderung!