On Demand Car Functions beeinflussen die Wertschöpfungsstufe für Automobilzulieferer

On Demand Car Functions beeinflussen die Wertschöpfungsstufe für Automobilzulieferer

In der Automobilindustrie ist seit Jahren eine Disruption zu spüren. Die Elektrifizierung der Antriebe, autonomes Fahren oder das Auto als All-in-One-Device sind Entwicklungen, mit denen sich neue Geschäftsfelder realisieren lassen, die nicht nur von OEMs, sondern auch von Zulieferern oder Automotive-Newcomern bedient werden wollen. Der digitale Umbruch ist in vollem Gange und mit ihm geht eine Veränderung der Wertschöpfungsstufe einher. Doch wie wird sich die Wertschöpfung auf gleicher Ebene (horizontale Integration) beziehungsweise auf vor-/ nachgelagerter Ebene (vertikale Integration) verändern? Welchen Einfluss hat das auf die Zuliefererindustrie und wie kann das Geschäftsmodell der Zulieferer in Zukunft aussehen? Bisher endet die Einnahmequelle des Zulieferers größtenteils nach der Bezahlung der Hardware. Neue Modelle zeigen, dass sich über On-Demand-Funktionen kontinuierliche Einnahmen für OEMs und Zulieferer generieren lassen.

Herausforderungen und Chancen für Zulieferer

Für Automobilzulieferer verändert sich insbesondere die Wertschöpfungsstufe. Zu dieser Veränderung tragen mehrere Einflussfaktoren bei: Neue Player drängen auf den Markt und versuchen die Position der etablierten Zulieferer einzunehmen, Softwareanbieter und -entwickler treten vermehrt in die traditionelle Wertschöpfungsstufe ein und auch Anbieter von digitalen Fahrzeugfunktionen werden versuchen einen Platz zu finden. Für Zulieferer, die sich bisher rein auf die Lieferung von Hardware fokussieren, bedeutet das eine wachsende Herausforderung durch die Digitalisierung. Die Fahrzeughardware entwickelt sich dabei mehr und mehr zu einem Standard-Enabler für digitale Angebote und verliert hierdurch an Bedeutung. Nichtsdestotrotz fordern OEMs von traditionellen Zulieferern weiterhin Premium-Qualität, aber zu einem günstigeren Preis. Dieser Wechsel von Hardware zu Software bedingt eine Verschiebung in der Wertschöpfung. Automobilzulieferer müssen daher entscheiden, ob sie weiterhin im Preiskampf hinsichtlich der Hardware bestehen wollen oder ob sie einen Strategiewechsel vollziehen. Erfolgt im Zuge dieses Wechsels eine frühzeitige Investition in Digitalisierungsthemen, ist ein Wissensvorsprung beziehungsweise eine Repositionierung in der Wertschöpfungskette möglich. Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht die Transformation der Zuliefererpyramide, in der auch eine Abwendung von den hierarchischen Modellen erkennbar ist.

Die Zuliefererpyramide wird sich von hierarchischen Modellen abwenden, wodurch sich die Wertschöpfungsstufe der Zulieferer verändert.

Im Sinne der horizontalen Integration müssen sich Zulieferer daher vom reinen Hardwareanbieter zum Lieferanten für Hardware und Software wandeln. Außerdem muss überlegt werden, ob ein Zukauf in der Fertigung forciert werden kann – von Make zu Buy. So sichern sich Zulieferer ihre bereits vorhandenen Anteile in der Wertschöpfungskette (das Spezialgebiet wird weiterhin angeboten) und entwickeln durch die neue strategische Geschäftseinheit zusätzliche Konkurrenzfähigkeit gegenüber Softwareanbietern. Eine zusätzliche Chance in der Geschäftsfeldentwicklung ergibt sich für die Zulieferer bei den OEMs. Aufgrund der voranschreitenden digitalen Transformation ist die Anzahl der OEM-eigenen Softwareentwickler zu gering. Spezialisierte Softwarelieferanten rücken daher in den Vordergrund. Allerdings müssen die Zulieferer bei dieser Geschäftsfeldentwicklung das vorgegebene Ziel der OEMs berücksichtigen. Zudem sind die OEMs bereits dabei, ihre Eigenleistung in der Softwareentwicklung – auch durch Zukäufe – kontinuierlich auszubauen. Eine schnelle und eigenständige Umsetzung wird jedoch unter anderem durch komplexe Konzernstrukturen gehemmt.

On Demand Car Functions bieten großes Entwicklungspotenzial für Zulieferer

Die Entwicklung des Fahrzeugs zum All-in-One-Device trägt maßgeblich zur Erhöhung des Anteils digitaler Produkte, den sogenannten On Demand Car Functions (ODCF), bei. ODCF sind Dienste, die Kunden je nach Bedarf und Umfang im Auto hinzubuchen können. Einige dieser Funktionen werden in Neuwagen zunächst für eine begrenzte Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt, nach Ablauf dieser Frist werden sie für Kunden kostenpflichtig. Bis 2030 werden ODCF über 20 % des weltweiten Automobilmarkt-Gesamtumsatzes (inkl. Aftersales) ausmachen. Damit eröffnet sich ein großes Entwicklungspotenzial für Zulieferer, wenn der Wandel weg vom reinen Hardwarelieferanten gelingt. Für Zulieferer werden deshalb Zusammenarbeitsmodelle (Kooperationsverträge) mit OEMs der Hebel für die Partizipation am Zukunftsmarkt ODCF sein. Im Zuge der Zusammenarbeit können Zulieferer dem OEM eigenständig entwickelte ODCF anbieten oder gemeinsam mit ihm ODCF auf Basis umfangreicher OEM-Fahrzeugdaten entwickeln. OEMs verfügen über eine Vielzahl von Daten aus bereits vorhandenen Fahrzeugfunktionen, die sie unter gewissen Voraussetzungen auch mit Partnern teilen. Der große Vorteil des Daten-Sharing liegt für den OEM hierbei in einer effektiveren Nutzung der vorhandenen Daten sowie der Vergrößerung der eigenen Datenbasis durch neue Informationen der beteiligten Kooperationspartner. Hierdurch wird eine beschleunigte Produktentwicklung und somit auch eine schnellere Markteinführung ermöglicht. Für den Zulieferer lassen sich aus den Daten wiederum Kundenverhalten und die Notwendigkeit für spezielle ODCF ableiten. Insgesamt verhelfen Kooperationen im veränderten Time-to-Market-Gefüge somit zu einer kundenzentrierten und schnelleren Produktentwicklung.

Neben der Zusammenarbeit mit OEMs ergeben sich für Automobilzulieferer jedoch auch weitere Kooperationsmöglichkeiten. Hierzu gehören unter anderem Kooperationen mit:

  • TIER 1 und TIER 2
    Die Geschäftsbeziehungen sind etabliert und die jeweiligen Stärken beziehungsweise Schwächen sind bekannt.

  • Mobilitätsanbietern und OEM-Newcomern
    Durch ihre agilen Arbeitsweisen helfen sie etablierten Zulieferern, neue kundenzentrierte Methoden beziehungsweise Prozesse einzuführen und diese für die Umsetzung von digitalen Dienstleistungen zu nutzen.

  • Kooperation mit Plattformanbietern
    Der Vorteil dieser Zusammenarbeit liegt in den Kundendaten sowie der vorhandenen Expertise bei der Datenanalyse.

Mit Kooperationen können Zulieferer die Repositionierung in der Wertschöpfungsstufe erfolgreich meistern

Die Transformation der Wertschöpfungskette durch den zunehmenden Softwareanteil zeigt, dass die Automobilzulieferer eine neue Strategie forcieren müssen. Bleiben sie reiner Hardwarelieferant, reiben sie sich im Spagat zwischen Premium-Qualität und Niedrigpreis auf. Verfolgen Zulieferer hingegen die Strategie, sich zum Systemanbieter von Hard- und Software zu entwickeln, kann die Repositionierung in der Wertschöpfungsstufe gelingen. ODCF bieten eine Möglichkeit, das aktuelle Marktpotenzial zu nutzen. Durch sinnvolle Kooperationen mit unterschiedlichsten Partnern kann die hiermit einhergehende Entwicklung schneller und effektiver umgesetzt werden. Q_PERIOR berät Automobilzulieferer bei der Bewertung ihrer Ausgangssituation sowie des gewünschten Zielzustandes und zeigt Strategien für das Geschäftsmodell der Zukunft auf. Bei der Umsetzung der Strategie stehen wir Automobilzulieferern mit unserem Automotive-spezifischen Netzwerk zur Seite und unterstützen sie bei ihrer Repositionierung in der Wertschöpfungsstufe.

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On Demand Car Functions

im Wandel der Automobilindustrie spielt die Verlagerung der Wertschöpfung vom Produkt hin zu digitalen Leistungen eine wichtige Rolle. On Demand Car Functions bieten der Automobilbranche die Chance, sich auf zukunftsträchtige, digitale Businessmodelle zu konzentrieren und damit stetige Umsätze über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu generieren.
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