Fokusthema: SAP S/4HANA

QUO VADIS SAP S/4HANA

Erste Erfahrungen aus erfolgreichen S/4HANA Einführungsprojekten liegen vor – und damit eine bessere Einschätzung der SAP Zukunftslösung. Was sind die Erkenntnisse und wie ist S/4HANA zu bewerten?

In der aktuellen SAP Pressemitteilung „SAP Leads in the Database and Data Management Solutions Industry Based on Market Share Revenue Growth in Gartner Report” wird auf das starke Wachstum im Bereich HANA hingewiesen. Mit den aktuellen Zahlen liegt man deutlich über dem Marktdurchschnitt und somit vor den drei Top-Anbietern. Wie kann man diese Aussage deuten?

Diese Aussage ist nachvollziehbar, wenn man die Weiterentwicklung der Business Suite S/4HANA auf HANA betrachtet und das näher rückende Wartungsende der Business Suite 7 im Jahre 2025. SAP, schon immer stark bei ERP-Systemen, beginnt das Kräfteverhältnis auch im Datenbankbereich zu verändern und forciert ihre Lösung zusätzlich in der Cloud (SAP Cloud Platform, HANA Enabled Cloud). Die Fragen, die sich viele Unternehmen stellen, gehen in die Richtung der bestmöglichen Umstellung auf die Business Suite S/4HANA und potenzieller Kostenoptimierungen.

S/4HANA als Business Enabler und die Bedeutung für die Märkte Deutschland, Schweiz und Österreich

In Deutschland sind in verschiedenen Branchen S/4HANA Projekte in Vorbereitung oder starten gerade. Einige Umstellungen wurden bereits abgeschlossen, woraus sich wiederum Folgefragestellungen wie beispielsweise die Weiterentwicklung der Business-Intelligence-Lösungen auf Basis der neuen Möglichkeiten von S/4HANA ergeben. Der Treiber dafür liegt aber nicht in den unterschiedlichen Dimensionen der S/4HANA Einführung alleine, sondern ergibt sich aus finanztechnischen und regulatorischen Anforderungen.

In der Schweiz ist S/4HANA ein wichtiges Thema mit dem sich viele Unternehmen intensiv beschäftigen. Hasan Tekin, Geschäftsführer bei Q_PERIOR Schweiz, zeichnet folgendes Bild: „Vielen Unternehmen fällt es schwer, mit der digitalen Welt Schritt zu halten, da die vorhandene Technologie nicht auf die Digitale Transformation ausgelegt ist. Die Mehrheit unserer Kunden aus unterschiedlichen Branchen hat erkannt, dass die Lösungen um SAP S/4HANA und SAP Cloud Platform den Wandel unterstützen und eine wichtige Rolle in der Vereinfachung von Strukturen und Prozessen spielen. Die schweizer Großunternehmen sind gegenüber den neuen Lösungen im Vergleich zu den Nachbarländern offener.“ So hat Q_PERIOR bereits einige S/4HANA Projekte in der Schweiz bei Kunden wie der BKW umgesetzt.

In Österreich fällt die Resonanz auf S/4HANA in den verschiedenen Branchen unterschiedlich aus: In der Industrie haben bereits zahlreiche Konzerne auf die Applikationsplattform SAP HANA umgestellt. Viele dieser Unternehmen setzen sich daher auch intensiv mit der Umstellung auf S/4HANA auseinander. In der Finanzbranche zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Viele österreichische Versicherungen bindet die Umstellung auf New GL, sprich der Zusammenführung von Haupt- und Nebenbuch. Somit ist S/4HANA momentan in Beobachtung bzw. in Vorstudien – man wartet tendenziell die Ergebnisse der „Early Adopter“ ab und untersucht kritisch, welchen Nutzen eine umfangreiche Umstellung auf S/4HANA bringt.

Dimensionen einer S/4HANA Einführung

Basierend auf unseren erfolgreichen Produktionssetzungen in Mitteleuropa und den gewonnenen Erfahrungen zeichnen sich vier Dimensionen ab, die bei der S/4HANA Einführung berücksichtigt werden müssen – Technologie, Business, Organisation und Innovation.

Roland Roudny, Partner bei der Business- und IT-Beratung Q_PERIOR

Wenn S/4HANA eingesetzt werden soll, dann befindet man sich in der Bewertung neuer Funktionalitäten und Prozesse. Insbesondere in Logistik, aber auch in Finance sind einige Weiterentwicklungen erfolgt, die bewertet werden müssen. Die meisten Fachfunktionen der SAP Business Suite werden von S/4HANA übernommen – es kommt aber zu Vereinfachungen und neuen Möglichkeiten wie Echtzeit-Simulationen von Geschäftsprozessen. Besondere Bedeutung erlangen Aspekte der Standardisierung und der Veränderung von Benutzeroberflächen.

Technologisch sind die Unterstützungswerkzeuge der SAP weiterentwickelt und bilden eine gute Grundlage für die Grundsatzentscheidung „Greenfield versus Brownfield“. Im SAP Ecosystem befinden sich zudem weitere Lösungen, die mit zusätzlichen Analysen bzw. Monitoring eine Bewertung der aktuell genutzten Prozesse bzw. tatsächlich genutzten Code-Anteile erlauben. Auch reine Datenbankumstellungen (inkl. Unicode) bzw. Betriebsfragen sind Bestandteil rein technisch orientierter Umstellungen, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Organisatorisch ist nicht nur das Projekt zur S/4HANA Einführung selbst aufzusetzen. Aufgrund der neuen Funktionalitäten bzw. der „neu eingeführten“ Standardisierung ergeben sich auch Veränderungen in der Aufgabenzuordnung innerhalb einer Organisation. Dieser Change-Management Prozess hängt stark von den Prozessen und der Aufbau-/Ablauforganisation des Unternehmens ab und ergibt sich aus der eingesetzten Funktionalität.

Und letztlich geht es um die Geschwindigkeit, neue technologische Möglichkeiten von S/4HANA für Innovation einzusetzen. Neben spezifischen Industrieerweiterungen sind sicherlich SAP FIORI inkl. Mobilität und potenzielle Cloud-Erweiterungen ein neues Feld. „Eine Vielzahl neuer innovativer Lösungen wird durch die S/4HANA Funktionalität im Digital Core unterstützt oder kann im Rahmen von Digitalisierungslösungen neu entwickelt werden“, erläutert Lars Erdmann, Technologieexperte und Partner bei Q_PERIOR.

Diese vier Dimensionen sind in den S/4HANA bzw. HANA Einführungsprojekten in unterschiedlicher Gewichtung ausgeprägt und unternehmensindividuell. „Wir empfehlen unseren Kunden bewusst, eine Entscheidung dazu zu treffen und eine Evaluierung mittels Vorstudie vorzunehmen“, so Erdmann weiter. „Diese Vorstudie sollte auch den betrieblichen Mehrwert und den ROI berücksichtigt.“

„Innerhalb der Mitgliedsunternehmen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) basierte die bisherige Zurückhaltung auf fehlende Erkenntnisse zum Geschäftsnutzen sowie zur konkreten Funktionalität des neuen SAP Angebots“, formuliert Walter Kuhlmann , der für Q_PERIOR zahlreiche SAP-Projekte bei Versicherungen begleitet hat. „Dennoch gehen Unternehmen an die Themen heran und prüfen dabei auch die HANA Nutzung für regulatorische Anforderungen“. Insofern können neue Funktionalitäten mit hohem betriebswirtschaftlichem Nutzen und Wettbewerbsvorteilen gemeinsam mit der S/4HANA bzw. HANA Einführung genutzt werden.

Projekte von 25 Personentagen bis zur Gesamteinführung bei einem Kraftwerksbetreiber!

Mit unserem Erfahrungsspektrum, das von raschen Standardeinführungen von S/4HANA bis hin zu komplexeren Implementierungen von S/4HANA Finance und Logistics rankt, betrachtet man die Frage nach „der S/4HANA Einführung“ differenzierter. Während einmal ein Greenfield Ansatz mit starker Standardausrichtung eine rasche Einführung erlaubt, ist es im Fall einer umfassenden Implementierung durchaus trotz Standardausrichtung eine deutlich andere Herausforderung. Woran liegt es schließlich? An der genutzten Funktionalität, dem Willen, Standards zu etablieren und der Projektstringenz – im Grunde genommen keine anderen Herausforderungen als bei anderen IT-Projekten auch.

S/4HANA – wie geht es weiter?

SAP hat mit S/4HANA bzw. dem Digital Core eine Grundlage geschaffen, die als starke Basis für die Weiterentwicklung dient. Zusätzliche Funktionalitäten, neue technologische Features und innovative Ansätze werden an den Markt herangetragen. Die Verbindung zu IoT (Internet of Things), Machine Learning, Robotics und anderen digitalen Möglichkeiten erlauben es, schnell auf die sich verändernden Marktbedingungen zu reagieren. Bei einer bewussten Entscheidung bezüglich der genannten vier Dimensionen einer S/4HANA Umstellung, werden Projekt und Nutzung von S/4HANA betriebswirtschaftlich nachvollziehbar. Die gewonnene Flexibilität bezüglich der zusätzlichen Möglichkeiten macht aus jedem Unternehmen eine individuelle Mischung – aus „First Follower“ und „Early Adopter“ in Teilbereichen.

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11. August 2017|