Fokusthema: Innovative Geschäftsmodelle

SMART METERING: DER STARTSCHUSS ZUR SMART CITY

Die nationalen Entwicklungen und Diskussionen der letzten fünf bis zehn Jahre im Bereich Smart Energy konzentrierten sich primär auf die Vorbereitung des Rollouts von intelligenten Messsystemen (iMsys) und modernen Messeinrichtungen (mME). Durch die Veröffentlichung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende (GdeW) und die damit verbundene Herausgabe des Messstellenbetriebsgesetztes (MsbG) im Jahr 2016 wurde die gesetzliche Grundlage für den Rollout geschaffen. Im Rahmen von Einführungsprojekten befassten beziehungsweise befassen sich Messstellenbetreiber hauptsächlich mit der Vorbereitung auf den Rollout von iMsys und mME. Das umfasst im Wesentlichen die zukünftige prozessuale und organisatorische Ausgestaltung des Messstellenbetriebs, die Konzeption und Beschaffung neuer beziehungsweise die Anpassung bestehender IT-Systeme (u.a. ERP-, GWA-, WfM-System) sowie die Erprobung neuer Geräte- und Kommunikationstechnologien. In diesem Zusammenhang konzentrieren sich die Vorbereitungen primär auf die Erfüllung der Standardleistungen (siehe auch §35 Abs. 1 MsbG) und damit insbesondere auf die Sparte Strom. Anschließend wird sukzessive der Scope um die Erfüllung von Zusatzleistungen erweitert.

Weitere Sparten und Submetering – die nächsten Schritte

Die Einbindung weiterer Sparten wie Gas, Wasser oder Wärme spielt aktuell eine eher untergeordnete Rolle beziehungsweise wird erst dann in Angriff genommen, wenn die „Pflichten“ in der Sparte Strom erfüllt wurden. Um die Gesamtheit der Herausforderungen im Messstellenbetrieb zu lösen und auch unter Verfolgung eines ganzheitlichen Ansatzes bei der Erfassung von Energieverbrauchswerten, ist die Berücksichtigung weiterer Sparten allerdings zwingend notwendig. In diesem Zusammenhang gehört auch die Erweiterung des Rollouts um Submetering-Komponenten wie beispielsweise Heizkostenverteiler (HKV). Dieser Aspekt spielt umso mehr eine Rolle, führt man sich vor Augen, dass 75 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten auf den Bereich Raumwärme entfällt. Führt die Einführung intelligenter Sensorik zur Schaffung von mehr Transparenz, die wiederum zur Reduktion des Energieverbrauchs beiträgt, dann muss diese zwingend auch im Submetering-Bereich ausgeweitet werden. Die wirtschaftlichen Treiber hierfür sind allerdings die Unternehmen der Wohnungswirtschaft, die ebenfalls die technischen Möglichkeiten eines Rollouts intelligenter Messsysteme für Ihre Zwecke nutzen werden. Der Messstellenbetreiber als Eigentümer und technologischer Verantwortlicher wird hier sein Dienstleistungsportfolio erweitern und neue lukrative Geschäftsmodelle etablieren.

Vermiedener Netzausbau, Einsatz intelligenter Steuerungstechnik und virtuelle Kraftwerke

Neben der Schaffung von mehr Transparenz beim Energieverbrauch, ist die Möglichkeit der Vermeidung eines weiteren Netzausbaus („Intelligenz statt Kupfer“) ein weiterer wesentlicher Treiber für die Einführung von iMsys. Ein iMsys per se ist erstmal nicht in der Lage (steuerbare) Verbrauchs- oder Erzeugungsanlagen (CLS-Anlagen) zu regeln. Hierfür sind sogenannte CLS-Steuerboxen notwendig.

Ähnlich wie die Ausweitung der Vorbereitung auf weitere Sparten oder die Einbindung von Submetering-Komponenten, fällt auch das CLS-Management aktuell noch eher in den Bereich „Kür“ und wird primär von größeren Verteilnetzbetreibern untersucht. Die Einführung solcher Systeme ist nicht zuletzt ein wesentlicher Grundstein für die Umsetzung virtueller Kraftwerke. Aus diesem Grund befassen wir uns bei Q_PERIOR schon seit geraumer Zeit mit der Konzeption von CLS-Management-Systemen und treiben damit die Entwicklung in diesem Bereich aktiv mit voran.

Der Weg in die Smart City

Der Weg in die Smart City

Die Einführung intelligenter Messsysteme, die Einbindung weiterer Sparten zur Verbrauchserfassung sowie der Einsatz von Steuer- und Regelungstechnik obliegt in erster Linie den Energieversorgungsunternehmen (EVU). Die zeitnahe Erfassung von Energieverbrauchswerten und deren intelligente Verarbeitung sowie Aufbereitung zum Zweck einer effizienten und ressourcenschonenden Nutzung von Energie ist allerdings nur ein Bestandteil innerhalb einer vernetzen, intelligenten Stadt (Smart City).

Bestandteile einer Smart City

Aktuelle Entwicklungen legen nahe, dass die Menschen zukünftig verstärkt in Städten leben werden. Dieser Trend bringt neue Herausforderungen (zum Beispiel erhöhtes Verkehrsaufkommen, mehr Abfall, erhöhter Energiebedarf, Luftverschmutzung, Parkplatzmangel) mit sich. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, besteht die Notwendigkeit, nicht nur den Energieverbrauch effizient zu gestalten, sondern auch weitere Bereiche in die Betrachtung miteinzubeziehen (siehe Abbildung 2). Im Gegensatz zur Einführung intelligenter Messsysteme gibt es für die „Einführung“ einer Smart City allerdings keinen Alleinverantwortlichen. Vielmehr besteht hierbei eine übergreifende Verantwortlichkeit zwischen den Sektoren Energieversorgung, Wohnungswirtschaft, ÖPNV/ Carsharing, Abfallentsorgung oder Automobilindustrie. Den Energieversorgungsunternehmen wird aber nichtsdestotrotz in vielen Bereichen der Smart City eine entscheidende Rolle zukommen.

In diesem Zusammenhang haben EVU bereits heute die Möglichkeit, sich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten und deren Lösung als neues Geschäftsmodell zu verstehen und entsprechend aufzubauen. Zusätzliche Treiber wie sinkende Margen im Commodity-Geschäft oder der Eintritt neuer, innovativer Player in die Energiebranche, sorgen weiterhin für Veränderungsdruck.

Vorbereitung auf eine Smart City

Neben der Einführung intelligenter Messsysteme unterstützt Q_PERIOR Energieversorger aktuell in nahezu allen relevanten Zukunftsthemen. Des Weiteren werden sektorübergreifende Energieprojekte mit großen deutschen Automobilherstellern, Submetering-Dienstleistern oder Wohnungsbaugesellschaften durchgeführt oder geplant. Durch diese themen- und sektorenübergreifende Expertise sind wir bestens gerüstet, um zusammen mit den relevanten Stakeholdern die Herausforderungen einer Smart City anzugehen.

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4. Juni 2018|