5 Fragen zur intelligenten und vernetzten Mobilität

20. März 2019

Die Anforderungen an moderne Mobilität sind hoch: Kundenorientiert, individuell und flexibel muss sie sein – jederzeit verfügbar und an die Situation angepasst. Mobilität ist die Grundlage für wirtschaftliche und soziale Aktivität und ist essenzieller Bestandteil unseres täglichen Lebens. Gleichzeitig muss sie kosteneffizient sein, sowohl für Reisende als auch Anbieter. Und als wäre das nicht schon schwer zu erfüllen, gewinnen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit immer mehr an Relevanz: emissionsneutrale Mobilität, die sich in ein attraktives Stadtbild einfügt. Sie soll ein nahtloser End-to-End-Prozess sein, der den individuellen Ansprüchen des Reisenden gerecht wird. Insbesondere in Ballungsräumen soll Mobilität auch noch platzsparend sein. Isabella Geis, Expertin für Mobilität, beleuchtet, wie vielfältig die Veränderungen sind, die wir heute in der Mobilität sehen.

Isabella Geis, Q_PERIOR

Wie reagiert der Markt auf die Veränderungen in der Mobilität?

Isabella Geis: Der Markt reagiert mit einer Vielfalt an Innovationen: technologische Entwicklungen, wie vernetzte oder autonome Fahrzeuge, die Digitalisierung des ÖPNV, Mobilitätsplattformen, intelligente Parkraumtechnologien, aber auch neue Fahrzeugkonzepte sind ein wichtiges Standbein. Mobilität wird auch service- und nachfrageorientierter. Deshalb entwickeln sich neue Mobilitätsmodelle, wie On-Demand-Mobilität, Sharing oder Mobilitätsbudgets. Interessant ist dabei, dass nicht nur neue Mobilitätsmodelle in den Markt strömen. Viele neue Konzepte waren schon vor 20 Jahren da, erhalten jedoch durch die Digitalisierung einen neuen Schub: On-Demand-Mobilität, die früher der Rufbus war, Ride Sharing, das bisher Mitfahrgelegenheit hieß. Und trotzdem funktionieren diese Konzepte heute anders, insbesondere flexibler, weil der Kunde in Echtzeit Mobilitätsanfragen stellen und Angebote sowie Informationen erhalten kann.

Welche Rolle spielt die digitale Transformation für Mobilität?

Isabella Geis: Die digitale Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft tritt als Game Changer auf – nicht nur in der Mobilität, auch in vielen weiteren Branchen. Dabei ist besonders interessant, dass nicht nur Organisationen und Unternehmen einen Digitalisierungsprozess durchleben, auch die Gesellschaft wird immer digitaler. Das Smartphone und mobiles Internet haben es möglich gemacht. Daraus ergeben sich in der Mobilität zahlreiche Chancen: Mobilitätsanbieter können ihre Kunden nun in Echtzeit erreichen und mit Informationen versorgen. Reisende können flexibel auf die unterschiedlichsten Verkehrsmittel zugreifen, zum Beispiel das Carsharing-Fahrzeug, das mit dem Smartphone geöffnet wird und erst wenige Minuten vorher reserviert wurde. Auf der Organisationsseite ermöglicht Digitalisierung die Optimierung interner Prozesse, den Aufbau intermodaler Angebote (von der Bereitstellung bis zur Bezahlung) und der intelligenten Lenkung von Fahrzeugen und Reisenden. Für diesen Transformationsprozess haben die unterschiedlichen Akteure jedoch inhomogene Ausgangspunkte. Nicht jedes Unternehmen gehört zu den Digital Natives. Viele Unternehmen, zum Beispiel Verkehrsunternehmen, haben eine Historie, die lange vor der Digitalisierung beginnt. Aber auch Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter Mobilität nachfragen (sogenannte betriebliche und geschäftliche Mobilität), sind nicht per se auf digitale Prozesse ausgerichtet. Strukturen und Schnittstellen müssen erst geschaffen, vorliegende Daten nutzbar gemacht und Potenziale neuer Daten durch die Digitalisierung geschaffen werden.

Wer profitiert nun von tragfähigen Mobilitätslösungen und wie könnten diese aussehen?

Isabella Geis: Es ist wichtig zu verstehen, dass tragfähige Mobilitätslösungen sehr unterschiedliche Formen annehmen können. Städte und Kommunen suchen nach Lösungen, die einen attraktiven und langfristigen Lebensraum schaffen. Unternehmen sind darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter effizient von A nach B kommen und benötigen interne Mobilitätskonzepte, die ihre individuellen Anforderungen, aber auch externe Vorgaben wie Emissionsreduktion erfüllen. Behörden und öffentliche Einrichtungen stellen oft sehr strikte Kostenanforderungen an die Mobilität, benötigen aber dennoch eine individuelle Lösung, die mit der Zeit geht. Selbst Unternehmen, die aus dem direkten Mobilitätsgeschäft kommen, beispielsweise Verkehrsunternehmen, profitieren von innovativen Lösungen, da sie so neue Geschäftsfelder erschließen, Kunden generieren und ihre Wettbewerbsposition stärken können. Wie solche Lösungen also aussehen, hängt von den individuellen Vorgaben des Nachfragers ab. Allen gemein ist jedoch, dass die Mobilität flexibel genutzt werden kann, die Anforderungen des Reisenden erfüllt und Hand in Hand mit bestehenden Infrastrukturen und Lösungen geht. Es gibt keine One-Size-Fits-All-Lösung. Diese Komplexität und Individualität in der Lösungsfindung und -umsetzung gehen wir gemeinsam mit unseren Kunden an, sodass sie intelligente und vernetzte Mobilität für sich nutzen, gestalten und gewinnbringend in eigene Prozesse integrieren können.

What’s next? Wie entstehen diese neuen Mobilitätslösungen und was müssen Unternehmen und Organisationen tun, um fit für die Zukunft zu sein?

Isabella Geis: Intelligente und vernetzte Mobilität ist ein komplexes Vorhaben, selbst im Mikrokosmos eines Unternehmens, aber insbesondere auch für Städte oder Verkehrsunternehmen. Im ersten Schritt bedarf es daher der strategischen Entscheidung, die eigene Organisation auf intelligente und vernetzte Mobilität einzustellen – mit internen Prozessen oder als neues Geschäftsfeld. Dafür müssen die relevanten Stakeholder an einem Tisch sitzen. Als nächstes muss geklärt werden, welche Entwicklungen überhaupt im jeweiligen Kontext interessant und wichtig sind. Dann geht es in die Strategiebildung bis hin zur Umsetzung. Unsere Kunden können wir hier an jeder Stelle des Prozesses begleiten und unterstützen, um sicherzustellen, dass sowohl die digitalen als auch die analogen Transformationsprozesse funktionieren.

Wie stellen wir uns bei Q_PERIOR zu diesem Thema auf?

Isabella Geis: Mobilität ist ein zentraler Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor für Deutschland und Europa. Gleichzeitig hat sie erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und Nachhaltigkeit einer Gesellschaft. Als Q_PERIOR sehen wir daher relevante Handlungsfelder, die wir nicht erst in einer unbestimmten Zukunft, sondern heute angehen. Wir haben uns deshalb entschieden, das Themenfeld Mobilität zu stärken und weiter auszubauen.

Mobilität 4.0, Mobilitätsmanagement in Kommunen und Unternehmen, Mobility-as-a-Service und Digitalisierung von Mobilitätsprozessen, wie intelligentes Parkraummanagement oder Digitalisierung des ÖPNV, spiegelt nur einen Teil unseres Themenportfolios wider. Als Mobilitätsentwickler, Innovatoren und Umsetzer begleiten wir unsere Kunden von der strategischen Entscheidung bis zur Umsetzung von Mobilitätskonzepten und -prozessen, Digitalisierungsstrategien oder innovativen Technologien, neuen Geschäftsfeldern und Mobilitätslösungen.

Mit unserem branchenübergreifenden Ansatz (Automotive, Energie, Transport und Logistik sowie Public Sector) gehen wir Mobilität sowohl als Unternehmens- und Organisationsprozess als auch als Geschäftsfeld an. Mit unseren Kunden nehmen wir die Zukunft der Mobilität heute in Angriff und finden Antworten auf die Herausforderungen der Mobilität.

Zur Person

Isabella Geis ist Mobilitätsberaterin bei Q_PERIOR. Sie ist seit vielen Jahren als überzeugte Mobilitätsentwicklerin und -innovatorin sowie kompetente Key Note-Speakerin in diesem Themenfeld unterwegs. Von 2015 bis 2018 verantwortete sie den Bereich Mobilität des Centers für Logistik und Mobilität am Fraunhofer IML. Zuvor war sie als Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Mobilität, Handel und Logistik an der Zeppelin Universität sowie als selbstständige Projektmanagerin tätig. Aktuell promoviert Isabella Geis zu den ökonomisch-technologischen Rahmenbedingungen intelligenter Verkehrssysteme.

Mehr zu unseren Leistungen im Bereich Travel, Transport and Logistics finden Sie hier.

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