Absage Paralympics 2020: Interview mit Yvonne Marzinke

17. April 2020

Die Paralympics 2020 wurden offiziell um ein Jahr verschoben. Was bedeutet das für die Sportlerinnen und Sportler, die seit vier Jahren auf die Spiele hinfiebern? Wir haben bei Yvonne Marzinke, Radsportlerin für das Para-Cycling Team Austria, nachgefragt. Yvonne hatte sich für die Paralympics qualifiziert und wird von Q_PERIOR auf ihrem Weg dorthin unterstützt. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen und ihren Umgang mit den neuen Einschränkungen und wie die Absage für 2020 nun ihr Leben und Training beeinflusst.

Wie hast du die letzten Wochen erlebt, in denen über eine mögliche Absage und Verschiebung diskutiert wurde?

Als es in Österreich und Deutschland akut wurde, war ich noch vom 03. bis 18. März 2020 im Trainingslager in Südafrika. Das Leben lief weit weg in Stellenbosch wie immer. Ich habe alles nur über die Medien mitbekommen. Ich bin mit dem geplanten Flug zurück nach Europa und war dann froh, wieder zu Hause zu sein.

Wie geht es dir jetzt mit der endgültigen Entscheidung?

Es war die einzig vernünftige Entscheidung auch die Spiele zu verschieben. Die Gesundheit geht vor. Es ist eine neue Situation, die nun so ist und ich versuche das Beste daraus zu machen!

Hat die Verlegung einen Einfluss auf deine Qualifikation für die Spiele, oder bleibt diese bestehen? Gilt dies für alle Sportlerinnen?

Die Verlegung hat hoffentlich keinen Einfluss auf die Qualifikation. Der Quotenplatz besteht ja nach wie vor.

Welche Auswirkungen und Konsequenzen hat dies nun für dein Leben und vor allem für deine Vorbereitungen?

Ich habe von Südafrika direkt ins Homeoffice bei mir zu Hause gewechselt. Es war eine riesige Umstellung von 100 auf 0. Nach unzähligen Kilometern draußen in Südafrika, findet jetzt alles drinnen statt, am «Cyclus2» (Indoor-Trainingsgerät). Normalerweise bin ich von Montag bis Freitag im Olympiazentrum Salzburg/Rif. Dort habe ich Kraftkammern mit allem Equipment. Zu Hause fehlt in Sachen Ausstattung schon ein großer Teil. Ich bin, zusammen mit meinem Trainer Gerald Bauer, noch dabei zu improvisieren und neu zu organisieren. Zudem muss das ganze Training neu geplant werden. Mir fehlen auch meine Trainingskollegen in Rif: sich jeden Tag allein zu motivieren, bedarf nun noch mehr Disziplin und Ausdauer.

Wird sich dein Training jetzt verändern? Und hat sich schon etwas bei dir geändert?

Das Training hat sich sofort verändert, komplett alles allein zu Hause auf 50m2. Es fehlen Physiotherapie, Massagen und einfach der persönliche Kontakt.

Kannst du uns einen Einblick geben in deinen neuen/ abgeänderten Trainingsplan?

Meine Tage sind durchstrukturiert. Ich stehe um 07.00 Uhr auf, gehe eine kleine Runde spazieren, dann gibt es Frühstück. Danach beginnt die erste Einheit vormittags am Rad Indoor. Dann ist Mittagspause mit kochen und essen. Der Nachmittag besteht aus Regeneration mit einem Powernap. Es folgt entweder die zweite Radeinheit Indoor oder ein Kraftprogramm. Ist das beendet, ist umfangreiches Dehnen, Mobilisation und die Blackroll an der Reihe. Anschließend kümmere ich mich um viel Administratives, wie zum Beispiel E-Mails, Website, Facebook, Instagram, dieses Interview vorbereiten, Wochenaktivitätspläne für das Bundesheer schreiben oder die Dokumentation meiner Arbeit. Dazwischen gibt es Abendessen :-).

Wie hältst du Kontakt mit deinem Trainer und deinen Sport-Kollegen?

Kontakt halte ich per E-Mail, Telefon und WhatsApp.

Wo siehst du Vorteile, wo Nachteile durch die Verschiebung der Paralympics?

Diese Saison fehlen viele Rennen, die ja auch ein wichtiger Bestandteil des Trainings sind. Ich kann nicht auf der Bahn trainieren. Auch die komplette Unsicherheit, wie es wirklich weitergeht, ist ein Thema. Auch finanzielle Faktoren beschäftigen mich, denn viele Förderungen/ Verträge laufen mit diesem Jahr aus. Dafür habe ich habe Zeit gewonnen und werde diese auch mit den eingeschränkten Möglichkeiten bestmöglich nutzen. So sehe ich es auch als Chance.

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