IT im Unternehmen – Getriebener oder doch besser Treiber?

„Unsere IT ist ein Bremsklotz!“ – diese oder ähnliche Aussagen lassen sich häufig aus den Fachbereichen verlauten. Aus Sicht des Business wirkt die hauseigene IT oft reaktiv, neue Anforderungen können nicht oder nur langsam beantwortet werden und eine effiziente Kommunikation ist aufgrund von fehlendem Verständnis für das Business sowieso nicht möglich. Die IT hingegen sieht sich als der Getriebene, der Missverstandene, der Prügelknabe innerhalb des eigenen Unternehmens. Doch worauf beruht diese Diskrepanz in der Wahrnehmung?

Historisch gesehen definiert sich die unternehmenseigene IT als Enabler beziehungsweise als Dienstleister für das Business. Mithilfe erprobter Frameworks (u.a. ITIL) hat sie sich prozessual aufgestellt, um kostenschlank zu sein und das Business effizient zu unterstützen. In der Vergangenheit war diese Aufstellung auch der richtige Weg für eine effektive Partnerschaft.

In der digitalisierten Gegenwart degradiert sich die IT mit dieser historisch gewachsenen und bisher wenig hinterfragten Rollenverteilung aber zum reinen Dienstleister. Als Konsequenz der klassischen Rollenverteilung arbeitet der CIO oft mit dem Rücken zur Wand, liefert aus Sicht seiner Kollegen aus dem Fachbereich einen sehr geringen Beitrag zum Unternehmenserfolg und wird für jeden produktionsrelevanten Störfall in der IT kritisiert. Hinzu kommt, dass die hauseigene IT oftmals keinen Einfluss auf die unternehmensweite IT-Strategie hat und sich durch fehlende Verantwortlichkeiten ein Flickenteppich bestehend aus nicht aufeinander abgestimmten Anwendungen entwickelt hat. In Anbetracht der aktuellen Anforderungen ist das allerdings nicht sinnvoll, denn die Quelle der Wertschöpfung bewegt sich weg vom Business hin zur IT.

Die Rolle der IT im Unternehmen muss sich wandeln

Wollen Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung am Markt bestehen, ist diese traditionelle Rollenaufteilung hinderlich. Neue Technologien eröffnen völlig neue Möglichkeiten der Datensammlung und -auswertung, auf deren Grundlage Prozesse verschlankt und sowohl Kern- als auch Unterstützungsprozesse im Unternehmen effizienter gestaltet werden können. Außerdem erschließen sich durch die Technologien neue, digitale Geschäftsmodelle. Damit diese Potenziale voll ausgeschöpft werden können, muss sich jedoch die Rolle und Wahrnehmung der IT im Unternehmen verändern. Die unternehmenseigene IT stellt die Verknüpfung von Business und Technologie dar. Daher ist sie ein essenzieller Bestandteil in der Ausarbeitung von Unternehmensstrategien und Geschäftsfeldern, die auf neuen Technologien basieren und hat somit auch einen immer stärkeren Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Um also erfolgreiche und an die Bedürfnisse des Marktes angepasste Geschäftsmodelle ausarbeiten zu können, ist eine Verbesserung der Kommunikation und des Verständnisses zwischen Business und IT grundlegend.

Das Überwinden alter Denkmuster definiert die Rolle der IT im Unternehmen neu

Das Geschäftsmodell eines Unternehmens liefert Antworten auf grundsätzliche Fragen wie: Wer ist mein Kunde? Wie erreiche ich diese Kunden? Welchen Mehrwert biete ich meinem Kunden? Wie erbringe ich diese Leistungen? Wie generiere ich hiermit Umsatz und erziele Wachstum?
Diese Fragen bleiben auch in einer digitalisierten Welt gleich. Die digitale Transformation zu bewältigen bedeutet, die eigene Organisation zu einer vernetzten Einheit umzubauen. Das heißt, die einzelnen Elemente agieren, unabhängig von ihren inhaltlichen Schwerpunkten, über Grenzen hinweg miteinander und stellen sich gemeinsam den alten Fragen im Kontext der neuen Herausforderungen.

Um diese Vernetzung zu erreichen, ist ein grundlegender Wandel im Selbstverständnis von Organisationen notwendig. Strukturen und Verantwortlichkeiten müssen neu verteilt und Prozesse den neuen Ansätzen angepasst werden. Um eine nachhaltige Entwicklung in die richtige Richtung einzuschlagen, müssen alte Denkmuster aufgegeben werden. Als Vorbild hierfür können Start-ups mit digitalen Geschäftsmodellen dienen, deren Ansätze auf die Funktionsweisen bestehender Unternehmen appliziert werden können. Start-ups haben eine grundlegend andere Einstellung zum beziehungsweise Auffassung vom Aufgabenspektrum der IT. Sie betrachten die IT als Treiber, deren Leistungsfähigkeit nicht an eingesparten Kosten, sondern vielmehr an der geleisteten Innovationskraft gemessen wird. Die Denkanstöße, die diese IT liefert, haben eine hohe Relevanz für die Kernaktivitäten des Unternehmens, Agilität in der Konzeption und fokussieren sich auf eine geschäftsnahe Umsetzbarkeit. Neue Referenzmodelle für das Management (wie IT4IT) oder für die Multiprovidersteuerung (wie SIAM (Service Integration and Management)), die sich mit der Rolle der IT (z.B. als IT Function) beschäftigen, können bei der Adaption dieser „Start-up-Konzepte“ unterstützen.

Auf diese Weise kann die IT zu einem verbindenden Element zwischen der Unternehmensstrategie, den Fachabteilungen und Kunden werden und so zum Aufbau der vernetzen Einheit beitragen beziehungsweise diese maßgeblich gestalten. Dieses Zusammenwirken von Business und IT holt die IT aus der Rolle des Getriebenen und trägt dazu bei, dass Unternehmen als Ganzes erfolgreich am Markt bestehen.

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16. August 2018|