Umfrage: 84 Prozent der Deutschen wollen TÜV für Online-Banken

MÜNCHEN, 8. August 2013 – Das hohe Sicherheitsbedürfnis deutscher Kunden droht die Online-Pläne von Kreditinstituten zu durchkreuzen. Fünf von sechs Bundesbürgern wollen beispielsweise eine Zertifizierungspflicht nach Vorbild des TÜV, um im Internet sichere von unsicheren Angeboten zu unterscheiden. 88 Prozent der Deutschen fordern gar eine gesetzliche Regelung, die Banken haftbar macht, falls es zu Komplikationen beim virtuellen Banking kommt. Das sind die Ergebnisse einer bevölkerungs-repräsentativen Umfrage im Auftrag der Unternehmensberatung Q_PERIOR. 1.000 Bundesbürger wurden befragt.

Die jüngsten Enthüllungen über das US-amerikanische Abhörprogramm „Prism“ haben die Debatte um Datensicherheit im Online-Banking zusätzlich befeuert. So geben 81 Prozent der Deutschen an, vor allem bei Buchungen in andere Länder Angst um ihre persönlichen Informationen zu haben. Ähnlich stellt sich die Lage bei Beratungsangeboten dar, die insbesondere Direktbanken künftig via Internet abwickeln wollen. 72 Prozent der Bundesbürger fürchten sich davor, dass sich Kriminelle Zugang zu Protokollen oder Videomitschnitten einer Online-Beratung verschaffen und so private Daten entwenden. 58 Prozent der Deutschen sehen im digitalen Zahlungsverkehr grundsätzlich ein Einfallstor für Betrügereien.

„Sichere Übertragungsmethoden und angemessene Verfahren zur Wahrung der Authentizität und Vertraulichkeit der Kundendaten zu entwickeln, gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Kredithäuser, wenn das Online-Geschäft Erfolg haben soll“, sagt Christof Merz, Partner bei Q_PERIOR und Experte für Risikomanagement und Datensicherheit. „Dabei besteht eine wesentliche Herausforderung darin, komplizierte Vorgänge wie eine effiziente Datenverschlüsselung einfach zu erklären. Zudem müssen die Anbieter ihren Kunden Serviceangebote machen, wie etwa die kostenfreie Einrichtung einer sicheren Banking-Software auf ihren mobilen Geräten.“

Die Studie zeigt, wie stark die Akzeptanz beim virtuellen Banking vom Vertrauen in die sichere Abwicklung abhängt. Nur rund jeder zweite potenzielle Kunde hat ein gutes Gefühl dabei, diese Aufgabe allein seiner Bank anzuvertrauen. Weniger als 20 Prozent der Deutschen sehen eine von unabhängiger Stelle kontrollierte Selbstverpflichtung der Institute als mögliche Lösung. Immerhin 36 Prozent der Befragten geben sich mit einer obligatorischen Versicherung des anbietenden Institutes zufrieden, um im Missbrauchsfall zumindest finanziell abgesichert zu sein.

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8. August 2013|

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